Zwischen Start-Up und Professur

Mathe-Fan war Ulrike schon in der Grundschule. In der Oberstufe begeisterte sie sich dann für Atomphysik und auch heute beschäftigt sie sich noch mit kleinsten Teilchen: Ulrike leitet die Professur für Mikroaktorik der Uni Freiburg und ist Gründerin des Start-Ups Voxalytic, das im Bereich der magnetischen Mikro-Strukturen angesiedelt ist.

Ulrikes Weg in die MINT-Karriere startete eigentlich schon in der Schule: „Ich habe als einziges Mädchen die Leistungskurskombination Mathe und Physik gewählt”, erzählt sie. Danach entschied sie sich für ein Physikstudium am Karlsruher Institut für Technologie. „Eigentlich wollte ich ein Fach im Bereich Ingenieurwesen studieren, konnte mich aber nicht entscheiden. Ich habe mich dann für Physik entschieden, weil man damit breit aufgestellt ist und später auch gut in andere Bereiche wechseln kann.” Gesagt, getan: Im Nebenfach wählte Ulrike später Strömungslehre und sie promovierte im Bereich Mikrosystemtechnik am Institut für Maschinenbau.

Von Karlsruhe nach Freiburg

Beruflich zog es die heute 55-Jährige im Anschluss an ihre Promotion nach Freiburg: Sie hatte sich auf die Professur Mikroaktorik am Institut für Mikrosystemtechnik der Uni Freiburg beworben und die Stelle bekommen. Damit ging für Ulrike ein Traum in Erfüllung: „Die Professur anzunehmen, war für mich die bisher wichtigste Entscheidung in meiner Karriere. Ich wollte nämlich schon immer Professorin werden.” Was sie daran fasziniert? Vor allem die Abwechslung: „Ich setze mich immer mit neuen Thematiken auseinander und arbeite in interdisziplinären Teams. Das ist oft eine Herausforderung, aber sehr spannend und lehrreich.”

Von der Mikrospulenforschung zur Unternehmensgründung

Die Professur blieb nicht die einzige Herausforderung, der sich Ulrike in ihrer Karriere stellte: Vor vier Jahren gründete sie mit zwei Kollegen das Unternehmen Voxalytic. „Ich habe mit einem meiner Kollegen einen Prozess entwickelt, durch den man Mikrospulen direkt auf dem Chip wickeln kann. Das war bis dahin nicht möglich. Deshalb haben wir dann das Unternehmen gegründet.” Anwendung finden die Mikrospulen zum Beispiel in den Lebenswissenschaften, genauer: In der Mikrokernspintomographie.

„Wir brauchen mehr Ingenieurinnen!”

„Lasst euch von niemandem sagen, dass MINT nichts für Mädchen ist! Ich bin vom Gegenteil überzeugt.” Das will Ulrike allen Mädchen mitgeben. „Wir haben noch immer zu wenige Ingenieurinnen. Geschlechtervielfalt in der Branche bedeutet auch Vielfalt auf dem  Markt.” Sie findet außerdem, dass auch bei den Eltern Überzeugungsarbeit geleistet werden muss: „Diese dürfen nicht skeptisch sein, wenn die Tochter mal im MINT-Bereich arbeiten möchte.”

Bildcredit: Uni Freiburg / Foto: Klaus Polkowski

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