Von Robotern und Klischees: Jacqueline studiert Informatik

Schon mit 12 Jahren programmierte Jacqueline ihre erste eigene Webseite. Für ihre Leidenschaft, die Informatik, wechselte sie sogar die Schule. Heute ist sie Informatik-Studentin am Karlsruher Institut für Technologie und wird bald ihren Master abschließen. Ihr Fachgebiet: Die Robotik.

„Informatik ist ein Fach mit einem sehr breiten Anwendungsspektrum, da findet wirklich jeder etwas Passendes”, erzählt Jacqueline. Nach den ersten drei Semestern ihres Bachelorstudiums konnte sie verschiedene Profilfächer wählen und hat mit der Robotik das perfekte Fachgebiet für sich gefunden. In der Robotik werden gleich zwei MINT-Fächer verbunden: Die Informatik und die Biologie. „In der Robotik lernt man, was man sich aus der Biologie abschauen kann, um es dann in Robotern umzusetzen – beispielsweise die Anatomie eines Armes”, erklärt die 26-Jährige. Mittlerweile befindet sie sich am Ende ihres Masterstudiums und beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Robotik.

Neurorobotik und gepulste neuronale Netze: In der Forschung ist Jacqueline vorne dabei

Auch in ihrem Job als wissenschaftliche Hilfskraft am Forschungszentrum Informatik beschäftigt sich Jacqueline mit ihrer Leidenschaft: Zusammen mit ihren Kollegen arbeitet sie am „Human Brain Project”, einem großen europaweiten Projekt. Was sie da genau macht? „Ich programmiere simulierte Roboter mit Hilfe von gepulsten neuronalen Netzen – eine Variante künstlicher neuronaler Netze, die den biologischen neuronalen Netzen sehr ähnlich sind. Es macht mir unglaublich Spaß, Bereiche zu erforschen, die noch niemand vor mir erforscht hat und selbst Erkenntnisse zu gewinnen.” Deshalb geht es für Jacqueline nach dem Master auch weiter – mit einem Doktor im Bereich der Neurorobotik.

Und neben der Informatik?

Jacqueline engagiert sich auch außerhalb der Informatik gerne: Sie ist in verschiedenen studentischen Vereinen Teil des Vorstands. „Ich habe gerne mit Leuten zu tun, mir macht es Spaß, zwischen ihnen zu vermitteln und ich gehe darin auf, Verantwortung zu übernehmen”, erzählt sie. Außerdem macht sie täglich Yoga. Keine Spur von den typischen Informatiker-Klischees also. Oder? „Ein Klischee erfülle ich dann doch: Ich zocke unglaublich gerne”, lacht Jacqueline.

Durchbeißen lohnt sich

Zu Beginn des Bachelorstudiums ist es wichtig, sich durchzubeißen. Auch Jacqueline musste ein paar ihrer Prüfungen wiederholen. Trotzdem sagt sie: „Jeder hat mal einen Rückschlag. Ich finde es sehr schade, wenn jemand deshalb mit der Informatik aufhört.” In den letzten Jahre hat sie außerdem bemerkt, dass es immer mehr Frauen in der Informatik gibt. Deshalb hat sie auch einen Tipp, für diejenigen, die noch mitten in der Studienwahl stecken: „An vielen Unis gibt es Schnuppervorlesungen oder Programme wie „Uni für Einsteiger”. Lasst euch nicht abschrecken, probiert euch aus und macht das, was euch Spaß macht!”

Foto: Privat

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