Technik und Kreativität vereint: Clara arbeitet als technische Produktdesignerin für Anlagen- und Maschinenkonstruktion

Naturwissenschaft, Technik und Mathematik haben Clara schon in der Schulzeit am meisten interessiert. Nach dem Realschulabschluss hat sie eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin für Anlagen- und Maschinenkonstruktion bei der WAFIOS AG in Reutlingen gemacht – und hat ihren Traumberuf gefunden.

„Technik hat mich schon immer fasziniert. Ich wusste schon früh, dass ich eine Ausbildung im technischen Bereich machen will”, erzählt die heute 21-Jährige. Schon während der Schulzeit hat Clara bei ihrem BOGY-Praktikum und durch die Mitmachangebote der Girls’ Day Akademie erste praktische Erfahrungen gesammelt. Bei der Girls‘ Day Akademie trifft sich eine Schülerinnen-Arbeitsgemeinschaft über ein ganzes Schuljahr hinweg wöchentlich für Workshops aus Bereichen wie IT, Design oder Metallverarbeitung. Die Teilnehmerinnen lernen dabei naturwissenschaftliche und technische Inhalte bei Bildungspartnern wie Unternehmen und Hochschulen praktisch kennen. „Im BOGY-Praktikum habe ich einen Einblick in die Arbeit einer Industriedesignerin bekommen. Das Studium verbindet Kreativität und Technik, das hat mich begeistert. Weil es dafür keine Ausbildung gibt, ich aber durch die Girls’ Day Akademie schon in der Realschule Lust auf praktisches Arbeiten hatte, habe ich mich dann nach etwas ähnlichem umgeschaut”, erklärt sie. So hat sie den Ausbildungsberuf „technische Produktdesignerin für Anlagen- und Maschinenkonstruktion” entdeckt.

Ein abwechslungsreicher Job

Die WAFIOS AG stellt Sondermaschinen für die Draht- und Rohrverarbeitung in der Industrie her. Claras Job ist es, die Maschinenteile mit Computerprogrammen zu konstruieren. „Dabei muss ich zwar bestimmte Anforderungen erfüllen, kann aber auch meine persönliche Note einbringen. Ich konstruiere die Teile so, dass funktional sind und dem Design-Leitfaden entsprechen.” Clara sitzt aber nicht nur am Schreibtisch, sondern ist auch viel in der Firma unterwegs: „Ich tausche mich viel mit den anderen Abteilungen aus. Mal kläre ich mit der Montage etwas ab, mal geht es um eine Absprache mit der Elektrik.” Davon, dass sie es in ihrer Branche fast nur mit mit Männern zu tun hat, hat Clara sich nicht abschrecken lassen. „Trotzdem würde ich mich über mehr Kolleginnen freuen”, ergänzt sie.

Das Beste an technischen Berufen

Clara findet es toll, dass sie durch ihren technischen Beruf das fertige Endprodukt ihrer Arbeit im Alltag sehen kann: „Wenn ich beim Einkaufen einen Einkaufswagen nehme, dann weiß ich zum Beispiel, dass er aus einer Maschine aus meiner Firma entstanden sein könnte. Das macht mich schon stolz.” Auch warum ein kaputter Wasserhahn nicht mehr funktioniert, kann sich Clara heute erklären. „Man sieht die Welt mit anderen Augen, wenn man die Technik hinter Alltagsgegenständen versteht.” Was Clara an ihrem Job außerdem sehr schätzt, ist die flexible Arbeitszeitregelung: Sie kann schon um 6:30 Uhr beginnen und hat so auch früh Feierabend. „Deswegen ist meine Arbeit super mit meinem Privatleben vereinbar.”

Praxisbezogene Ausbildung

Bei der Ausbildung zur technischen Produktdesignerin für Anlagen- und Maschinenkonstruktion lernen die Auszubildenden nicht nur die Gestaltung der Teile am Computer, sondern auch die Grundlagen der Materialverarbeitung. „In der Ausbildungswerkstatt lernen Auszubildende Drehen, Fräsen und Schleifen. Wir müssen ja auch verstehen können, wie das Konstruierte später hergestellt wird.” Wer noch nach der passenden technischen Ausbildung sucht, dem empfiehlt Clara, sich zum Beispiel direkt bei Firmen im Umkreis zu informieren. „Am meisten hilft es meiner Meinung nach aber, in den Schulferien schon Praktika zu machen. Je mehr Ausbildungsberufe ihr schon vorab kennen lernt, desto mehr bekommt ihr ein Gefühl dafür, welcher Bereich euch liegt”, empfiehlt Clara.

Foto: Clara Gaiser

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