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Hast du dich schon mal gefragt, welche Schadstoffe in manchen Textilien vorhanden sind oder was eine Baumwoll- von einer Kunststofffaser unterscheidet? Oder welche Materialien besonders hydrophob, also wasserabweisend, sind? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Annika tagtäglich. Sie ist Textillaborantin bei den Hohenstein Instituten im baden-württembergischen Bönnigheim und ist dort vor allem für den Bereich Textilprüfungen verantwortlich.

Berufsberatung bei der Arbeitsagentur

Nach ihrem Realschulabschluss ging es Annika wie vielen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler: Sie wusste einfach noch nicht, welchen Beruf sie erlernen wollte und fühlte sich auch noch nicht bereit, in das Arbeitsleben zu starten. Die Lösung war eine pragmatische – sie besuchte eine weiterführende Schule und setzte ihr Abitur obendrauf. „Damit gewann ich weitere drei Jahre Bedenkzeit und hatte außerdem eine größere Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten“, erklärt Annika. Um all diese Möglichkeiten ein wenig zu filtern und herauszufinden, welche Branchen wirklich für die heute 23-Jährige infrage kamen, machte sie sich auf den Weg zur Bundesagentur für Arbeit, um bei einem Berufsberatungsgespräch mehr über nicht alltägliche Berufe zu erfahren.

Annika Tampe trägt einen Laborkittel und steht vor Laborinstrumenten. Im Bild ist folgendes eingefügt: Schadstoffe in Textilien? Annika entdeckt sie alle!

„Nach meinem Gespräch mit der Beraterin, bei dem es vor allem um meine Vorlieben und Stärken ging, schlug sie mir unter anderem eine Ausbildung bei den Hohenstein Instituten vor“, erinnert sich Annika. „Ich habe mich danach noch weiter über den Ausbildungsberuf der Textillaborantin erkundigt und viel recherchiert. Mein Interesse war sofort geweckt, und je mehr ich darüber las, desto begeisterter war ich.“

Zwischen Labor und Schreibtisch

Daraufhin bewarb sich die Freibergerin um eine Ausbildungsstelle in den Hohenstein Instituten, deren Sitz in Bönnigheim nur gut 20 Minuten von ihrem Wohnort entfernt ist. „Nach dem Vorstellungsgespräch wurde mir zunächst ein Praktikum angeboten, weil ich das noch nicht absolviert hatte“, erzählt Annika. „Das war eine gute Idee, denn so konnte ich auch mit der nötigen Praxiserfahrung sicher sein, dass ich diesen Beruf gerne erlernen möchte.“ Nach ihrem Berufsberatungstermin hatte sie sich in Praktika auch noch andere Berufe in den unterschiedlichsten Branchen angeschaut, um herauszufinden, welche zu ihr passten – zum Beispiel Erzieherin, Industriekauffrau und Zahntechnikerin. Das Praktikum in Hohenstein als Textillaborantin hinterließ bei der 23-Jährigen aber den besten Eindruck.
Den Start ihrer dreijährigen Ausbildung konnte sie dann kaum erwarten. Schon in den ersten Monaten durfte sie in das Analysieren von Fasern eintauchen und die vielen dazugehörigen chemischen und physikalischen Prüfungen erlernen. Zu ihren täglichen Aufgaben gehören das Mikroskopieren, das Anlegen von Aufträgen und das Auswerten von Ergebnissen. „Unsere Arbeit findet zum Teil in den Laboren statt, zum Teil aber auch im Büro und am PC“, erklärt Annika. „Zum Durchführen qualitätssichernder Tests sowie qualitativer und quantitativer Analysen brauchen wir natürlich die Mikroskope und andere Geräte im Labor. Das Auswerten von Prüf- und Messergebnissen auf Konformität mit den jeweiligen Vorgaben findet aber an unseren Büroplätzen statt.“ Am besten gefällt Annika an ihrer Arbeit, dass sie sehr abwechslungsreich ist: „Jedes Kleidungsstück, welches geprüft werden muss, ist anders, sodass wir unterschiedliche Prüfungen und Verfahren anwenden“, erzählt die Textilexpertin.

Kontrollinstanz der Textilproduktion

Die Vielfältigkeit ihrer Tätigkeiten hat Annika von Anfang an gefallen. Motivation gewinnt sie aber auch aus der Tatsache, dass ihre Arbeit wichtig ist zur Qualitätssicherung von Kleidungsstücken – etwas, das schließlich alle Menschen brauchen. Bevor Kleidung zu einem unserer wichtigsten modischen Merkmale wurde, war sie vor allem eines: praktisch. Sie bot unserer Haut Schutz vor härteren Gegenspielern und sorgte für den Erhalt der Körpertemperatur. „Aber auch heute muss Kleidung noch gewisse Funktionen erfüllen“, weiß die 23-Jährige. „Für den normalen Alltag muss sie zum Beispiel die richtige Passform für die unterschiedlichsten Körper haben, sie muss reißfest sein, oder atmungsaktiv, und darf bei Allergikern keine Reaktionen auslösen.“ Mit ihren Prüfverfahren sorgen Annika und ihre Kollegen dafür, dass die verschiedenen Textilproduzenten diese Anforderungen erfüllen.
Ohne das Beratungsgespräch wäre sie nie auf dieses Berufsfeld gestoßen, ist sich Annika sicher. Darum rät sie auch unbedingt zur intensiven Recherche und dem Erproben von Berufsfeldern, wenn man sich unsicher ist: „Versucht, viele Praktika oder Schnuppertage zu besuchen, um zu schauen, was euch liegt und Spaß macht. So merkt ihr schnell, ob ihr diesen Beruf erlernen möchtet oder nicht.“

Bild: Annika Tampe, Hohenstein Institute

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