„Programmieren ist eine kreative Aufgabe” – Henriette promoviert im Bereich Informatik

Das Beste daran, in der Forschung tätig zu sein? Für Henriette, dass sie viel Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortlichkeit hat. Sie schreibt gerade ihre Doktorarbeit an der Universität Stuttgart. Ihr Forschungsgebiet: Verteilte Systeme. Vorher hat sie Wirtschaftsinformatik im Bachelor und Informatik im Master an der Technischen Universität Darmstadt studiert.

„Nach meiner Masterarbeit war ich ziemlich k.o., hatte erstmal genug von Forschung und konnte mir gar nicht vorstellen, noch eine Doktorarbeit zu schreiben. Deshalb bin ich nach meinem Studium zunächst in die Praxis und habe eine Stelle bei der Daimler AG angenommen”, erzählt die 29-Jährige. „Nach zwei Jahren habe ich aber gemerkt, dass die Karrierewege im Unternehmen nicht zu dem passen, was mir im Moment wichtig ist.” Deshalb zog es Henriette dann doch wieder an die Uni: Auf der Suche nach einer Promotionsstelle wurde sie durch ihr Netzwerk und eine Portion Zufall auf ihre heutige Stelle an der Universität Stuttgart aufmerksam. Jetzt kann sie in einem Themenfeld promovieren, das sie schon im Studium fasziniert hat: Verteilte Systeme. „In Verteilten Systemen geht es darum, Programme über mehrere, manchmal hunderte, Rechenknoten zu verteilen. Das geht mit einigen Herausforderungen einher. Speziell beschäftige ich mich damit, wie man Datenströme, die zum Beispiel im Internet der Dinge entstehen, kosten- und energieeffizient auswerten kann.”

Ein wichtiger Meilenstein für Henriette: Das Careerbuilding-Programm der Femtec GmbH

„Am Ende meines Bachelorstudiums habe ich das Careerbuilding-Programm der Femtec GmbH durchlaufen. Das hat mich auf persönlicher Ebene extrem weitergebracht.” Am Careerbuilding-Programm können Studentinnen der MINT-Fächer teilnehmen, die sich neben fachlicher Expertise auch für mögliche Führungsrollen interessieren. Henriette wurde von ihrer Uni darauf aufmerksam gemacht und hat sich daraufhin beworben: „Solche Chancen ergreife ich immer direkt! Insgesamt gab es vier Seminare, sogenannte „Schools” in Berlin, bei denen wir wichtige Softskills für eine Führungsposition gelernt haben, zum Beispiel Präsentationstraining und Selbstmarketing.” Das Netzwerk aus motivierten und engagierten Frauen, das Henriette sich im Rahmen des Careerbuilding-Programms und über den FemtecAlumnae e.V. aufgebaut hat, ist auch bis heute noch ein wichtiger Bestandteil ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung.

Von der Industrie zurück in die Forschung

Eine der wichtigsten beruflichen Entscheidungen, die Henriette getroffen hat, war für sie, zurück in die Forschung zu gehen und zu promovieren: „Viele meiner Freunde und Bekannten sagen, dass das eine mutige Entscheidung war. Für mich war es vor allem genau die richtige. Es war mir wichtig, mich nochmal fachlich weiterzuentwickeln und meinen eigenen Weg zu gehen – vor allem zu handeln, als ich gemerkt habe, dass da noch eine Veränderung her muss.” Denn im Beruf ist Henriette besonders eines wichtig: „Ich möchte meine Freude am Lernen und Denken ausleben. In der Forschung kann – und muss – ich viel selbst erarbeiten und entscheiden. Diese Freiheit und auch die Verantwortung dabei gefällt mir super gut.” Das Programmieren, ein Hauptbestandteil Henriettes Arbeit, ist für sie ganz klar eine kreative Aufgabe: „Beim Programmieren gibt es immer verschiedene Wege zum Ziel. Am schönsten ist es aber, wenn man elegante Lösungen entwickelt. Dann ist auch Kreativität gefragt.”

Henriettes zweite Leidenschaft: Die Lehre

„Ich bin begeistert von der Informatik und meiner Forschung. In der Lehre kann ich diese Begeisterung an die Studierenden weitergeben.” Schon während ihres Studiums unterstützte Henriette als Übungsleiterin an der Uni und war als Hiwi, also als wissenschaftliche Hilfskraft, tätig. „Als Doktorandin habe ich, was die Lehre betrifft, viele Aufgaben und Möglichkeiten. Ich arbeite gerne mit anderen Menschen zusammen und in der Promotion sitzt man oft allein am Schreibtisch. Die Lehre und Zusammenarbeit mit den Studierenden ist für mich deshalb der perfekte Ausgleich.”

Foto: Henriette Röger

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