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Das Bild zeigt die Softwareentwicklerin Sarah Schnur, wie sie vor ihrem Arbeitsplatz steht und lächelt.

Scrum, IoT, C# und Coding Dojo – Begriffe, die auch im digitalen Zeitalter noch zu fragenden Blicken führen. In Sarahs Welt jedoch haben die Fachausdrücke einen festen Platz. Sie ist Softwareentwicklerin bei der generic.de software technologies AG in Karlsruhe und ist Expertin auf den Gebieten Web-Entwicklung und Programmierung.

Konkrete Aufgaben mit praktischem Bezug

Ein Blick auf Sarahs Lebenslauf wirft zunächst ähnlich viele Fragen auf wie für manche der Fachjargon, mit dem sie sich heutzutage umgibt. Die 30-Jährige ist eigentlich ausgebildete Psychologin. Nach dem Abitur entschied sie sich für ein Universitätsstudium der Psychologie und absolvierte dieses auch mit sehr guten Leistungen. Wie so jemand zur Softwareentwicklerin wird? „Eigentlich kamen mir bereits während meines Studiums Zweifel, ob ich mir meine berufliche Zukunft in diesem Bereich vorstellen kann“, gesteht Sarah. „Die Sache ist, dass mich die spannenden Studieninhalte wirklich interessierten. Gleichzeitig fehlten mir aber die klaren Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, konkrete Fragestellungen und der praktische Bezug zu den im Studium vermittelten Inhalten.“

Sarah beschreibt ein Problem, das viele junge Frauen kennen: Sie sind vielseitig interessiert, haben Talente auf verschiedenen Gebieten und können sich daher nicht so richtig für oder gegen ein Fach entscheiden. Die Karlsruherin ist dankbar für das Wissen und die Soft Skills, die sie in ihrem ersten Studium erworben hat, ist sich aber auch sicher, dass die Umorientierung nach dem Studium genau das Richtige für sie war …

Den Fußstapfen des großen Bruders folgend zur Softwareentwicklerin

Den Ausschlag für den Fachrichtungswechsel gab Sarahs Bruder, der zu diesem Zeitpunkt ein Wirtschaftsinformatik-Studium absolvierte. „Er hat mir sehr viel von seinem Studium berichtet und wusste damals auch von meinen Zweifeln“, erinnert sie sich. „Er war davon überzeugt, dass ‚so wie er mich kenne´, dieser Bereich genau das Richtige für mich wäre. Also vereinbarte ich einen Termin bei der Studienberatung der Hochschule Furtwangen, um mich genauer zu informieren.“

Nach ihrem Beratungsgespräch recherchierte Sarah noch zu den beruflichen Aussichten von Wirtschaftsinformatikern und verglich verschiedene Hochschulen. Sie spielte auch mit dem Gedanken, sich für einen „traditionellen“ Wirtschaftsinformatik-Studiengang einzuschreiben. Überzeugt hat sie aber letztlich der Studiengang WirtschaftsNetze (eBusiness) an der Hochschule Furtwangen. „Dort werden Fächer gelehrt wie Human-Computer-Interaction und Business Intelligence, die sich mit der Umsetzung von Megatrends wie Digitalisierung, Big Data oder Internet der Dinge (IoT) im Bereich der Wirtschaft auseinandersetzen“, erklärt Sarah.

Auf Jobjagd in der Hochschulkontaktbörse

Schon nach den ersten paar Semestern zeigte sich, dass Sarah vor allem an den technischen Inhalten des Studiums Spaß hatte: „Ich kann mich noch gut an die Euphorie nach meinen ersten Erfolgserlebnissen beim Programmieren erinnern – es war das gleiche Gefühl, wie wenn man nach langem Knobeln endlich ein Rätsel löst.“

Auf der Suche nach einem Platz für ihr Praxissemester besuchte Sarah die Hochschulkontaktbörse in Furtwangen, eine Berufsmesse der Hochschule, und lernte hier ihren späteren Arbeitgeber, die generic.de software technologies AG, kennen. Das Gespräch lief für beide Seiten so gut, dass sie direkt für den nächsten Morgen nach Karlsruhe zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurde. „Nach einem erfolgreichen ‚Coding Dojo‘, einem Workshop, bei dem die Bewerber gemeinsam komplexe Programmierarbeiten durchführen müssen, bekam ich eine Stelle für mein Praxissemester“, erinnert sich Sarah.

Das Praxissemester war für die Studentin die perfekte Bestätigung ihrer Entscheidung für den Studiengang. „Ich durfte von Tag eins an in realen Kundenprojekten mitarbeiten und bekam über die sechs Monate ganz unterschiedliche Bereiche und Aufgaben als Softwareentwicklerin zu sehen“, betont sie. Nach ihrem Praxissemester blieb sie als Werkstudentin im Unternehmen und schrieb anschließend sogar ihre Abschlussarbeit dort. Die Zusammenarbeit passte also und so war es nicht verwunderlich, dass sie nach dem Studium eine Festanstellung angeboten bekam.

Langeweile kennt die Softwareentwicklerin nicht

Das Kerngeschäft der Firma konzentriert sich auf individuelle Softwarelösungen. Das bedeutet für Sarah, dass sie auf Projektbasis arbeitet, also je nach Kundenauftrag unterschiedliche Aufgaben hat. „Das Tolle an meinem Job ist, dass wir agil Software konzipieren, planen und entwickeln – also ein Projekt von A bis Z begleiten“, erklärt die Entwicklerin. Konkret arbeitet Sarahs Team für Produktionsunternehmen, für die es IoT-Anwendungen umsetzt. Dabei ist sie an allen Aspekten des Softwareprojekts beteiligt: die Entwicklung von Frontend, Backend und zugrundeliegender Architektur.

Jeder Kunde stellt andere Anforderungen an das Softwareteam, was den Job sehr abwechslungsreich macht. „Oft müssen wir mit dem Kunden gemeinsam seine Anforderungen erarbeiten und dann vom großen Ganzen bis zur konkreten technischen Umsetzung planen – dabei sind oft Kreativität und eigentlich immer Kommunikationsskills gefragt“, erklärt Sarah.

Wer Sarah zuhört, wenn sie von ihrer Arbeit spricht, der versteht, dass es für sie viel mehr ist als nur ein Job. Sie hat ihre Leidenschaft im Programmieren gefunden und betont die vielen Facetten ihrer Branche: „Manch einer wäre sicherlich überrascht, wie unwahr das Klischee des einsamen Coders ist. Es kommt in dem Beruf nicht nur auf das rein technische Know-how an. Wesentlich ist auch, wie man an Probleme herangeht, Dinge kommuniziert und kreative Lösungen findet.“

Interesse am Beruf der Softwareentwicklerin? Das musst du wissen:

In den Beruf der Softwareentwicklerin kannst du entweder über verschiedene Studiengänge oder eine duale Ausbildung kommen. Es gibt zum Beispiel die Ausbildung zur mathematisch-technischen Softwareentwicklerin. Hier erfährst du mehr darüber. Studiengänge, die dich auf den Beruf vorbereiten gibt es reichlich, zum Beispiel Informatik, Angewandte Informatik, Wirtschaftsinformatik, IT-Produktmanagement, Software Engeneering etc. Sarah entschied sich für einen Studiengang an der HS Furtwangen, der nur Frauen zulässt: WirtschaftsNetze eBusiness

Studium und Ausbildung haben gemeinsam, dass du gewisse Interessen und Fähigkeiten mitbringen solltes:

  • Interesse an theoretisch-abstrakten, aber auch praktisch-konkreten Tätigkeiten
    • z.B. Erfassen und Analysieren von Problemstellungen aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen und Umsetzen in mathematische Modelle
    • z.B. Modellieren von Datenbanken, Entwerfen und Implementieren objektorientierter Modelle
    • z.B. Konzipieren von Softwaresystemen auf der Grundlage von Modellen aus Mathematik und Informatik
    • z.B. Einbauen und Warten von Hardwarekomponenten
  • abstrakt-logisches und rechnerisches Denken
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Merkfähigkeit (z.B. Einprägen und Abrufen umfangreicher Kenntnisse zu mehreren Programmiersprachen)
  • Technisches Interesse 
  • Interesse am Planen und Organisieren 

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