„In der Schule habe ich Biologie notgedrungen gewählt” – heute studiert Melody Lebensmitteltechnologie

Melodys Geschichte beginnt nicht damit, dass sie bereits als Kind großer MINT-Fan war: Ihre erste Note in Chemie war eine fünf. Physik hat sie so schnell wie möglich abgewählt. Erst in der Oberstufe entdeckte sie ihre Begeisterung für Naturwissenschaften – heute studiert sie Lebensmitteltechnologie im Master.

„Biologie habe ich in der Oberstufe nur gewählt, weil ich ein wissenschaftliches Fach belegen musste”, erzählt die 22-Jährige. Ihre Lehrerin hat den Unterricht allerdings so gut gestaltet, dass Biologie für Melody zu einer Leidenschaft wurde. Schließlich war ihr klar: Obwohl Sprachen eigentlich immer ihr Ding waren, will sie ein MINT-Fach studieren.

Praxis hilft bei der Orientierung

Melody hat Ökotrophologie, also Ernährungs- und Haushaltswissenschaften, studiert. Im Rahmen des Studiums hat sie ein Pflichtpraktikum in einer Molkerei absolviert. Ursprünglich hätte sie dort vier Monate verbringen sollen. Es hat ihr aber so gut gefallen, dass sie sich entschieden hat, ein halbes Jahr daraus zu machen und ihre Bachelorarbeit dort zu schreiben. „Ich habe hauptsächlich im Technikum in der Entwicklungsabteilung gearbeitet, wo neue Sorten entwickelt werden. Ich habe die Zeit dort sehr genossen und wusste danach endgültig, dass diese Richtung die richtige für mich ist”, erzählt Melody. Da ihr im Praktikum der technische Aspekt so gut gefallen hat, entschied sie sich für ein technisches Master-Studium: Lebensmitteltechnologie an der Uni Hohenheim. „Die meisten meiner Kommilitonen haben Biotechnologie studiert und deshalb eine bessere Grundlage. Mir fehlt ein bisschen das technische Wissen, da mein Bachelor eher gesundheitswissenschaftlich orientiert war, deswegen muss ich diese Inhalte oft selbstständig aufholen.” Das ist bisher die größte Herausforderung für Melody, aber: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich habe es bisher geschafft!”

Man muss kein MINT-Profi sein

Drei Jahre Bachelor und ein Jahr Master-Studium hat sie hinter sich – doch ihre wichtigste Lektion hat Melody nicht in einer Vorlesung gelernt: „Man muss immer offen bleiben und neue Dinge ausprobieren. Nur weil man etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht interessant findet, heißt das längst nicht, dass sich das nicht ändern kann.” Ob sie Fächer wie Mathe und Physik gut fand, hing beispielsweise vom Kontext und von den Lehrern ab. „Manche Dinge sind am Anfang schwer zu durchblicken, aber sobald man sich intensiv damit auseinandersetzt, werden sie total interessant.” Selbst, wenn man kein Profi in den naturwissenschaftlichen Fächern ist, kann man im MINT-Bereich tätig werden. „Man muss es einfach genug wollen und Durchhaltevermögen mitbringen.”

Auf die Frage, was sie später machen will, kann Melody noch keine eindeutige Antwort geben. Sie könnte sich vorstellen, als Lebensmitteltechnologin in der Entwicklung zu arbeiten oder im Prozessdesign tätig zu werden. Qualitätsmanagement findet sie auch sehr interessant. Das Wichtigste für Melody: sich in unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren. „Nur so kann ich genau das Richtige für mich finden.”

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