Von der MINT-Leidenschaft über Praktika zum Traumjob

Lena ist technikfasziniert. Das heißt nicht, dass sie am liebsten im stillen Kämmerlein bastelt und brütet, ganz im Gegenteil: Sie liebt das Klettern und Wandern in den Bergen und zählt seit diesem Jahr sogar das Gleitschirmfliegen zu ihren Hobbies. Abgesehen davon begeistert sie sich am meisten für die Veränderungen unseres Lebens durch smarte Lösungen und die Logik hinter künstlichen Intelligenzen: „Es werden täglich eine Unmenge an Daten per High Speed über lange Kabelstrecken um die ganze Welt geschickt oder auch per WLAN und Mobilfunk in die Lüfte gesendet – all das erstaunt mich jeden Tag und es macht mich stolz, im Kleinen daran teilzuhaben.“

Dass sie in der Straßenverkehrstechnik landen würde, war Lena aber nicht immer klar. In ihrem Kopf schwirrten zu Schulzeiten viele Ideen: von der Umweltwissenschaft über Ergotherapie bis hin zum eigenen Café. Um eine Entscheidung zu treffen, setzte sie sich intensiv mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinander, recherchierte im Internet und probierte den ein oder anderen Job in Praktika aus. Darüber, dass sie die Straßenverkehrstechnik gewählt hat, sagt sie heute lächelnd: „Es steckt einfach mehr dahinter als ‚Rot-Gelb-Grün‘ – ich fand den Bereich unglaublich spannend und musste diesen Weg für mich ausprobieren.“ Noch vor dem Abitur sicherte sie sich ihren Studienplatz für ein Bachelorstudium in Elektrotechnik mit der Vertiefung Automation an der dualen Hochschule in Mannheim – eine Entscheidung, die sie immer wieder treffen würde. Schon während des Studiums machte sie erste Erfahrungen in der Praxis, die ihr den Berufseinstieg erleichterten. Nach dem Studium zog es sie zurück in die Heimat nach Stuttgart. Mittlerweile hat sie dort bei Siemens Mobility ihren eigenen Verantwortungsbereich, für den sie auch oft alleine unterwegs ist.

Die IT-Systemtechnikerin für Smart Cities Lena Müller lächelt vor einem Laptop stehend in die Kamera. Im Bild ist ein Zitat von ihr eingeblendet: Meine Arbeit hat direkten Einfluss darauf, wie sich Menschen in großen und kleinen Städten fortbewegen.

Lena ist IT-Systemtechnikerin für Smart Cities bei der Siemens Mobility GmbH. Ein spannender Job, der die 26-jährige Böblingerin täglich vor neue Probleme stellt, die es zu lösen gilt. In der Serviceabteilung der Straßenverkehrstechnik kümmert sie sich darum, dass der Verkehr in jenen Städten läuft, die sie als Kunden betreut.

Lena, die unsichtbare Superheldin im Straßenverkehr

Lenas Arbeit hat einen direkten Einfluss darauf, wie sich Menschen in großen und kleinen Städten fortbewegen; zum Beispiel, wenn Busse, die Feuerwehr oder Rettungsfahrzeuge an einer Ampel bevorzugt werden. Ein problemlos funktionierender Verkehrsfluss ist ein Gut, das den meisten Menschen erst durch Ausfälle oder bei schlecht geplanten Verkehrsnetzen bewusst wird. Lena weiß genau, dass sie große Verantwortung trägt: „Mit meiner Tätigkeit trage ich im weitesten Sinne zur Verbesserung der gesellschaftlichen Lebensqualität bei, weswegen ich nichts anderes mehr machen möchte.“

 In ihrer täglichen Arbeit bei Siemens Mobility betreut sie Verkehrsrechnersysteme – das sind zentrale Systeme, die zumeist Städten gehören. Dazu gehört zum Beispiel die Integration von Ampeln, damit das System selbstständig die Steuerung und Überwachung der Ampel übernehmen kann, sowie auch die Informationsweitergabe an städtische Apps. Durch die Digitalisierung wird die Infrastruktur auch auf den Straßen intelligenter – so gehören neben den Ampeln auch Komponenten des autonomen Fahrens oder Busbeschleunigung dazu. Neben den Einsätzen direkt in den jeweiligen Städten hat Lena fast immer auch die Möglichkeit des Fernzugriffs per Laptop, zum Beispiel, um schnell eine Fehlerbeseitigung durchzuführen. „Dabei bin ich ständig mit verschiedenen Problemstellungen konfrontiert“, erzählt die 26-Jährige. „Es macht aber unglaublich viel Spaß, nach Lösungen zu suchen, und die Kollegen aus Vertrieb und Innendienst beispielsweise bei der Konzeption von Systemarchitekturen zu unterstützen. So ist man bereits bei der Projektplanung beteiligt und später als verantwortlicher Firmenbeauftragter bei der Abnahme des Kundensystems mit vor Ort.“

Frühes Interesse für Maschinen und Mathematik

Das MINT-Interesse der Systemtechnikerin entwickelte sich schon früh: „Meine Mutter erzählt heute sehr gerne, wie sie mich einst beim Lesen in einem Buch beobachtete und ich dabei lachte: Es war kein Schulbuch, es ging um Tricks in der Mathematik“, erinnert sich Lena. „Mathe war für mich wie das Lösen von Knobelaufgaben – es hat mir Spaß gemacht. Ich selbst wusste aber erst viel später, wohin mich die Begeisterung für physikalische Gesetzmäßigkeiten und mein Interesse für das Innenleben von Maschinen und Programmen bringen würden.“

Jüngeren Freundinnen rät sie daher immer, sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. „Man sollte sich nicht von geschlechterspezifischen Klischees leiten lassen, sondern das Fach studieren, das einen fasziniert. Wer immer neugierig und offen für Aufgaben und Herausforderungen ist, der kann in kürzester Zeit sehr viel lernen und wird schnell zum Experten auf seinem Gebiet.“

 

Foto: Lena Müller

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