Die Zukunft der bemannten Raumfahrt: Space Station Design Workshop an der Uni Stuttgart

Bereits seit 1996 wird der Space Station Design Workshop (SSDW) jährlich durch das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart organisiert. Auch dieses Jahr haben insgesamt 40 Studierende und Young Professionals eine Woche lang an der Konzeption einer Raumstation gearbeitet. Am 29. Juli haben sie im Raumfahrtzentrum Baden-Württemberg ihre Ergebnisse präsentiert.

Ziel des Workshops? Ein Konzept entwickeln, um Menschen auf den Mars zu bringen. Daran haben zwei Teams bestehend aus je 20 Personen eine Woche lang gearbeitet: Sowohl Team Blau als auch Team Rot haben dabei ein tolles Konzept auf die Beine gestellt. Team Rot will mit ihrer Idee, die sie MARVEL Mission nennen, 2032 die ersten Menschen auf den Mars schicken. Team Blau bereits 2029. Ihr Konzept, Humans to Mars (H2M), beinhaltet Wohneinheiten für einen längeren Aufenthalt auf dem Mars. Ein eindrucksvolles Video führte die Zuschauer während der Präsentation durch die innovativen Wohnungen. Eine Stunde lang präsentierten beide Teams ihre Ideen. Danach stellten sie sich den Fragen und Anregungen der Experten und Interessierten. Eine Jury bestehend aus 12 Experten bewertete anschließend die Konzepte der Teams. In die Bewertung zählt die komplette Arbeit der vergangenen Woche: Konzeption, die genaue Planung, Berücksichtigung aller Faktoren und die einstündige Präsentation. Die Ergebnisse der Teams werden im September auf dem International Astronautical Congress in Australien präsentiert.

„Eine arbeitsintensive und interessante Woche!“

Auch mit dabei: Aleksandra Kozawska aus Polen und Rita Neves aus Portugal. Das Fazit der beiden: Eine anstrengende, aber tolle Woche liegt hinter ihnen. Aleksandra Kozawska aus Team Blau ist Service Designerin und hat schon ein Praktikum bei der European Space Agency (ESA) in Köln gemacht. Obwohl sie dort bereits mit Astronauten zusammengearbeitet hat, hat sie beim Workshop in Stuttgart noch einiges dazugelernt: „Ich habe in der vergangenen Woche unglaublich viel über den Weltraum gelernt. In meinem Praktikum hatte ich mit diesem Thema zwar schon zu tun, aber nicht in so einem technischen Detail“, erzählt sie. „Wir haben in einem großen Team gearbeitet mit Leuten aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Disziplinen, da konnte man viel Wertvolles lernen.“ –für Aleksandra das Highlight der Woche. Für Rita aus Team Rot, die gerade ihren Doktor zum Thema Mission Analysis in England macht, war es die Arbeit im Team: „Ich konnte mich auf die Arbeit der ganzen Gruppe verlassen und die Gruppe konnte sich auf meine Arbeit verlassen“, so Rita.

Fotos: Landesinitiative Frauen in MINT-Berufen