„Dass die idealen Informatikerinnen Einzelgänger sind, ist ein Klischee”

Carina absolviert gerade das Masterstudium „Entrepreneurial Engineering” in Dänemark. Zuvor hat sie ihren Bachelor in Softwaretechnik gemacht. Dass sie sich dafür einmal interessiert, hätte sie in der Schule noch nicht gedacht – ein Praktikum im Bereich App-Entwicklung zeigte ihr aber, wie spannend die Welt der Informatik ist.

Ihren Bachelor „Softwaretechnik und Medieninformatik” absolvierte Carina an der Hochschule Esslingen. Das Besondere an diesem Studiengang: Zwischen den Vertiefungen Softwaretechnik und Medieninformatik können sich die Studierenden nach einem Semester Einfindungszeit entscheiden, in der sie Grundlagen in Mathe, Physik und im Programmieren erlernen. Carinas Wahl fiel auf Softwaretechnik: „Diese Richtung gefiel mir, weil sie breiter gefächert ist. Vor allem das Modul Modellbildung und Simulation hat mich sehr interessiert. Hier lernten wir, reale Phänomene in Modellen darzustellen und sie dadurch besser zu verstehen, wie zum Beispiel den Stau aus dem Nichts.” Ein weiteres Themengebiet, das Carina begeistert hat: Mathematik. „Die Mathematikvorlesungen in Esslingen haben mir richtig gut gefallen. Sich in die Lösung eines mathematischen Problems hineinzufuchsen hat mir Spaß gemacht und auch den Ursprung der Formeln in Herleitungen kennenzulernen war interessant. Als der Grundlagenteil des Studiums zu Ende ging, fand ich das erstmal schade, doch zum Glück waren auch die neuen Themen abwechslungsreich.”

Nach dem Bachelor ging es interdisziplinär weiter

Nach ihrem Bachelor-Abschluss zog es Carina nach Dänemark: „Während dem Bachelor habe ich ein Auslandssemester gemacht und bekam Lust auf eine längere Auslandserfahrung. Daraufhin habe ich mich für den Masterstudiengang ‚Entrepreneurial Engineering‘ an der Universität Aalborg entschieden”, erzählt die 23-Jährige. „In diesem Studiengang kommen Studis aus den verschiedensten Ingenieurwissenschaften zusammen: Maschinenbau, Chemieingenieurwesen, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und viele weitere. Wir lernen, als Ingenieurin oder Ingenieur innovativ zu denken.“

Offenheit und Neugier: wichtig für ein Ingenieurstudium

„Softwaretechnik zu studieren, ist nicht nur für diejenigen eine gute Wahl, die bereits in der Schule absolute Informatik-Fans sind.” Carina merkte erst in einem Praktikum, wie interessant sie Informatik findet. „Wenn man vor dem Studium nur wenig Kontakt mit Informatik hatte, wird man schon ein bisschen ins kalte Wasser geworfen. Deshalb sind Offenheit und Neugier gegenüber neuen Themen wichtig. Genauso gegenüber Menschen. Dass die idealen Informatiker Einzelgänger sind, ist nämlich ein Klischee. Wenn man Software entwickelt, hat man mit vielen verschiedenen Personen zu tun: Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kunden und Endnutzern. Um mit diesen unterschiedlich denkenden Personengruppen ein gemeinsames Ziel zu erreichen, braucht es soziale Kompetenzen. Anders als viele denken, sind diese im Berufsalltag also durchaus gefragt.”

Foto: Regina Becker

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