8. Jahrestreffen der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen”

Im Science Dome der experimenta Heilbronn fand am 10. Oktober das 8. Jahrestreffen der Landesinitiative und des Bündnisses „Frauen in MINT-Berufen“ statt. Die Veranstaltung bot Rückblick und Zukunftsschau zugleich und gab Einblick in die Arbeit und die erfolgreichen Projekte der Landesinitiative im vergangenen Jahr. Zugegen waren auch die baden-württembergische Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, und Schülerinnen des Technischen Gymnasiums Heilbronn. Darüber hinaus konnte ein neuer Bündnispartner präsentiert werden: die mobile und stationäre Kreativwerkstatt Tinkertank aus Ludwigsburg.

Neuer Videowettbewerb: „Girls change IT“

Das beeindruckende Setting des Science Dome bildete den perfekten Rahmen für den Startschuss des neuen Videowettbewerbs „Girls change IT“, den Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut mit einer Ansprache eröffnete: „Wir wollen so früh wie möglich das Interesse der Mädchen und jungen Frauen für IT und Technik wecken.“ Weiter führte die Ministerin aus: „Unsere Botschaft für die Mädchen ist: Nutzt Eure Chancen. In der IT und Technik werden dringend Fachkräfte gesucht.“

Beim Videowettbewerb „Girls change IT“ können Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 16 Jahren in einem kurzen Videoclip zeigen, warum es mehr digitale Girl-Power in IT-Berufen braucht. (Weitere Informationen erhalten Sie hier: www.girls-change-it.de) Als Botschafterin für den Wettbewerb konnte die Landesinitiative Julia Heidinger, Web-Developerin und „MINTfluencerin“, gewinnen. Sie war auch zu Gast in Heilbronn und gab im Gespräch mit Moderatorin Beate Wittkopp spannende Einblicke in ihren Werdegang als Web-Developerin: „Wenn ich mit meinen männlichen Kollegen an einem Projekt arbeite und es Probleme zu lösen gilt, merken wir sehr oft, wie wichtig weiblicher Input ist. Gemeinsam können wir viel zielorientierter arbeiten.“

Botschafterin des Filmwettbewerbs „Girls change IT“: Julia Heidinger zusammen mit Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Vielfältige Maßnahmen sorgen für ein positives Resümee

Im Hauptprogramm des 8. Jahrestreffens der Landesinitiative wurden durch Dr. Birgit Buschmann, Leiterin des Referats Wirtschaft und Gleichstellung im Wirtschaftsministerium und Dr. Friederike Kaiser, Leiterin des Referats Personal, Chancengleichheit und Ordensangelegenheiten im Wissenschaftsministerium die Ergebnisse und Erkenntnisse des letzten Jahres resümiert. Allein im Aktionsprogramm 2018/2019 wurden über 50 Fördermaßnahmen der Bündnispartnerinnen und Bündnispartner geplant und umgesetzt.

Dr. Friederike Kaiser, Leiterin des Referats Personal, Chancengleichheit und Ordensangelegenheiten im Wissenschaftsministerium und Dr. Birgit Buschmann, Leiterin des Referats Wirtschaft und Gleichstellung im Wirtschaftsministerium

„Wir achten besonders darauf, dass wir nicht nur Strohfeuer zünden, sondern wirklich nachhaltige Maßnahmen umsetzen können. Dabei hat das Bündnis und die Landesinitiative stets eine systematische Förderung entlang der kompletten Bildungskette, bereits ab der frühkindlichen Bildung, im Blick.“ Buschmann betont auch: „Wir können stolz auf unseren starken gemeinsamen Pakt sein, nur so erreichen wir Breitenwirkung. Daher gilt mein voller Dank allen Partnern für das tolle Engagement.“ Und es zeigen sich Erfolge: Immer mehr Frauen studieren MINT-Fächer, in Baden-Württemberg liegt der Frauenanteil bei Studienanfängerinnen in MINT-Fächern bei 30,7 %. Allerdings gibt es weiterhin viel zu tun, insbesondere gilt es die duale technische Ausbildung von Frauen zu unterstützen und zu fördern. Hier beträgt der Frauenanteil bisher lediglich 11 %. Daher liegt einer der zukünftigen Schwerpunkte darauf, Frauen und Mädchen insbesondere für duale technische Ausbildungen zu sensibilisieren und zu gewinnen.

Kreative Ideenfindung und vielfältige Maßnahmen im Fokus

In diesem Jahr gab es auch eine Premiere: bei einem Design Thinking Workshop haben die Bündnispartner vielfältige Maßnahmen und Ideen erarbeitet, die mittels einer ausgearbeiteten Roadmap 2025 nach und nach umgesetzt werden sollen. Besondere Beachtung verdienen auch die Girls‘ Digital Camps, die bereits über 500 Mädchen für das Programmieren begeistern konnten. Und auch die Landesinitiative selbst wird immer digitaler: seit Juli 2019 ist der eigene Instagram-Kanal online. Die neue Videobotschafter-Kampagne #mintneedsyou ergänzt das vielfältige Portfolio, hier animieren Spitzenvertreter aus der Wirtschaft (Bosch, IBM, etc.) andere Unternehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber für junge Frauen zu positionieren. Auch die Maßnahmen des Wissenschaftsministeriums bei der Frauenförderung in den MINT-Wissenschaften sind vielfältig: die Frühjahrs- und Sommerhochschule, meccanica feminale und informatica feminale, oder auch das Informationsportal scientifica.de haben wieder großen Anklang gefunden und werden im nächsten Jahr weitergeführt, berichtete Dr. Kaiser abschließend.

Treffen der Landesinitative „Frauen in MINT-Berufen“ am 10.10.2019 auf der Experimenta in Heilbronn

Vorstellung der neuen Arbeitsgruppen und Aufnahme einer neuen Bündnispartnerin

Neu in diesem Jahr haben sich auch weitere Arbeitsgruppen innerhalb des Bündnisses der Landesinitiative gebildet. Christiane Huber vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V., Natalie Spahr vom VDI und Anneka Merz von der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Baden-Württemberg berichteten über die Tätigkeiten und Ergebnisse der Arbeitsgruppen „MINT-Regionen“, „MINT-Unternehmensnetzwerk“ und „Initiativen für Frauen in der dualen technischen Ausbildung“.  Erste Treffen haben bereits stattgefunden, und nun gilt es, die Arbeit fortzuführen, sodass die neu erdachten Maßnahmen und Ideen bald umgesetzt werden.

Jasmin Mertikat, Projektleitung Tinkertank und Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Den letzten Programmpunkt des diesjährigen Treffens bildete die Aufnahme einer neuen Bündnispartnerin in die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“: Mit der mobilen und stationären Kreativwerkstatt Tinkertank zählt das Bündnis nunmehr 55 Bündnispartnerinnen und Bündnispartner. Tinkertank lädt zum Ausprobieren in den Bereichen Technik, Kultur, Wissenschaft und Digitalisierung ein. Die Teilnehmer sollen ermutigt werden, aus Elektroschrott und altem Spielzeug neue Teile zu kreieren und etwas Eigenes zu entwickeln. Gründerin und Projektleiterin Jasmin Mertikat unterzeichnete das Bündnispapier gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut.

Im Downloadbereich finden Sie den aktuellen Tätigkeitsbericht, das Aktionsprogramm 2019/2020 und die Bilanzierung des Aktionsprogramms 2018/2019 der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“.

Fotos: Franziska Kraufmann, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

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