6 Dinge, die du über MINT-Studiengänge wissen solltest

Du bist mit der Schule fertig und weißt, dass du studieren möchtest? Hast du dich auch schon für einen Studiengang entschieden? Du fragst dich: Welches Studium passt zu mir? Dann helfen wir dir, den richtigen MINT-Studiengang unter vielen zu finden.

  1. Was bedeutet der Begriff MINT und welche Studiengänge gibt es?
  2. Warum MINT-Fächer?
  3. Wo kann ich einen MINT-Studiengang studieren?
  4. Welche Studiengänge sind zulassungsbeschränkt, welche Studiengänge sind zulassungsfrei? Und was ist der Numerus Clausus?
  5. Schaffe ich das MINT-Studium?
  6. Wie sind meine Berufschancen nach einem MINT-Studium?

1. Was bedeutet der Begriff MINT und welche Studiengänge gibt es?

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In diese Bereiche lassen sich auch verschiedene MINT-Studiengänge gliedern:

  • Mathematik: Einen gewissen Anteil an grundlegenden Mathe-Vorlesungen gibt es eigentlich in allen MINT-Studiengängen. Und auch zu den Studiengängen mit Mathe-Schwerpunkt gehört nicht nur das reine Mathematikstudium: Du lernst naturwissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Phänomene mathematisch darzustellen.
  • Informatik: Ein Informatikstudium enthält neben Mathematik auch Studieninhalte wie Softwaretechnik, Kommunikationstechnik oder Programmierung. Oft wird die Informatik mit anderen Fachrichtungen kombiniert, du kannst zum Beispiel Medizin-, Medien- oder Wirtschaftsinformatik studieren.
  • Naturwissenschaft: Zu den naturwissenschaftlichen Studiengängen zählen zum Beispiel das Biologie-, Chemie- und Physikstudium. Diese Fächer kennst du bereits aus der Schule, im Studium kannst du dein Wissen vertiefen und spezialisieren. Es gibt aber auch unzählige weitere Studiengänge mit naturwissenschaftlichem Bezug, zum Beispiel Meeresbiologie, Geoökologie, Meteorologie oder Bauphysik.
  • Technik: Zum Bereich Technik gehören Studiengänge wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Architektur. Auch die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge wie Chemieingenieurwesen, Umwelt- oder Bauingenieurwesen fallen in diese Kategorie. Wie Technik unser Leben verändert, erleben wir täglich. Warum nicht gleich diesen Wandel und die Zukunft mitgestalten?

Tipp: Lass dich bei der Suche nach möglichen Studiengängen nicht von den vielen verschiedenen Bezeichnungen verunsichern. Oft haben Studiengänge an verschiedenen Unis unterschiedliche Namen, aber sehr ähnliche Inhalte. Ob du dich dann für den einen oder den anderen entscheidest, macht meist keinen großen Unterschied. Hier kannst du dich weiter über die Auswahl an MINT-Studiengängen informieren. Orientierungs- und Starthilfe bietet übrigens auch das MINT-Kolleg an der Universität Stuttgart oder am KIT. MINT-Kollegs bieten Angebote zur Verbesserung der fachlichen Kenntnisse in der Übergangsphase von der Schule zum MINT-Studium.

2. Warum MINT-Fächer?

Du hast Spaß an Mathe, Chemie, Biologie oder Physik? Du willst einen Beruf mit guten Karriereaussichten? Oder du willst die Welt ein Stück verändern – beispielsweise in der Pharmaforschung oder als Ingenieurin mit einer bahnbrechenden Erfindung, die das Leben der Menschen verbessert? Dann ist ein Studium im MINT-Bereich genau das Richtige für dich. Wir helfen dir dabei, deine Fragen zum Thema MINT-Studium zu beantworten. Bist du an dem Punkt, an dem du dich fragst: Welches MINT-Fach soll ich studieren? Dann solltest du dir zunächst Gedanken über die eigenen Interessen und Stärken machen und dir folgende Fragen stellen:

  • Was kann ich besonders gut?
  • In welchen Schulfächern habe ich gute Noten?
  • Welche Themen in der Schule haben mich besonders interessiert?
  • Welche Hobbys habe ich, was mache ich gerne in der Freizeit?
  • Welche Aufgaben machen mir Spaß?
  • Welche Stärken schätzen andere an mir?

3. Wo kann ich einen MINT-Studiengang studieren?

An einer Universität:
Universitäten mit besonderem MINT-Schwerpunkt sind zum Beispiel das Karlsruher Institut für Technologie oder die Universität Hohenheim in Stuttgart. Ein Studium an einer Universität bedeutet viel Freiraum und damit auch viel Eigenverantwortung. Wenn du dich selbst gut motivieren kannst, bist du an einer Uni gut aufgehoben.

An einer Fachhochschule:
Ein Studium an einer Hochschule bietet meist mehr Praxisbezug als ein Studium an einer Universität und beinhaltet oft ein Praxissemester. Der Einblick in die Arbeitswelt ist also fest im Studium verankert. An der Hochschule findet der Unterricht in kleineren Gruppen als an der Uni statt, ist aber auch straffer geregelt.

An einer Dualen Hochschule:
Bei einem dualen Studium hast du die ständige Abwechslung zwischen Theorie an der Hochschule und Praxis im Unternehmen. Du verdienst bereits während des Studiums Geld und lernst den Berufsalltag schon so richtig kennen. Dafür hast du meist weniger Freizeit und Freiheiten als an einer Universität. Mehr über das duale Studium erfährst du auf der Webseite der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Tipp: Hier findest du eine gute Übersicht über die baden-württembergischen Universitäten und Hochschulen.

4. Welche Studiengänge sind zulassungsbeschränkt, welche zulassungsfrei? Und was ist überhaupt der Numerus Clausus?

Wenn es für einen Studiengang einen Numerus Clausus (NC) gibt, bedeutet das, dass es mehr BewerberInnen gibt, als für das neue Semester aufgenommen werden können. Der Studiengang ist damit zulassungsbeschränkt. Das kannst du dir so vorstellen: Die BewerberInnen werden nach absteigendem Abiturschnitt gelistet. Der NC zeigt dir, mit welchem Abiturschnitt der schlechteste Bewerber für den Studiengang zugelassen wurde. Liegt der NC also bei 1,7, so wurde im Vorjahr mindestens eine Person mit diesem Abiturschnitt zugelassen. Der Wert dient zur Orientierung und bleibt meist von Jahr zu Jahr ähnlich.

Im MINT-Bereich gibt es aber viele Studiengänge, bei denen nicht nur nach dem Notenschnitt im Abitur sortiert wird.

Es gibt auch:

Zulassungsfreie Studiengänge:
Bei diesen Studiengängen sind der Abitur-Nachweis und eine Bewerbung zum richtigen Zeitpunkt die einzigen Voraussetzungen. Es gibt keine weiteren Auswahlverfahren, weil es an der Universität oder Hochschule genügend Plätze für alle BewerberInnen gibt.
Studiengänge, bei denen neben dem Notenschnitt auch andere Faktoren einfließen:
Durch Vorpraktika, Wartesemester, einen Bundesfreiwilligendienst oder besonderes Engagement kannst du dich weiter oben in der Liste platzieren. Infos dazu, wie stark solche freiwilligen Zusatzqualifikationen deinen Notenschnitt und somit deine Chancen auf den Studienplatz verbessern, bekommst du meist auf der Website des Studiengangs.

Studiengänge mit Aufnahmeprüfung:
Bei diesen Studiengängen musst du in einem Auswahlgespräch, durch Nachweise erbrachter Leistungen oder auch Tests beweisen, dass du die Richtige für den Studienplatz bist. Ein mehrwöchiges Vorpraktikum kann hier ein Beispiel für eine zu erbringende Pflichtleistung vor Studienbeginn sein. Auch das erfährst du in der Regel auf der Website der Universität/ der Hochschule.

Duale Studiengänge:
Für ein duales Studium bewirbst du dich nicht bei der dualen Hochschule selbst, sondern bei einem Partnerunternehmen der Hochschule, also deinem späteren Wunscharbeitgeber. Wenn du einen Vertrag mit dem Partnerunternehmen unterschreibst, hast du automatisch einen Studienplatz sicher. Achtung: Die Bewerbungszeiträume sind bei dualen Hochschulen viel früher als bei anderen Hochschulen oder Universitäten. Die Plätze werden meist schon ein bis eineinhalb Jahre vor Studienbeginn vergeben.

Tipp: Vor Anfang des Studiums ein Praktikum zu machen, ist auch sinnvoll, wenn es keine verpflichtende Voraussetzung ist. Während eines Praktikums vor dem Studium findest du heraus, ob du die Themen wirklich interessant findest, bekommst einen Einblick in die Berufspraxis und knüpfst vielleicht schon Kontakte. Außerdem kannst du dir längere Praktika in manchen Studiengängen auch später noch als Leistung anrechnen lassen.

5. Schaffe ich das MINT-Studium?

Du hast dir ja zu Beginn bereits Gedanken über deine Stärken und Interessen gemacht. Wenn du dich also in der Schule schon für die Themen und Fächer aus dem MINT-Bereich interessiert hast, dann ist das ein guter Anfang.
Denn wenn du deine Studieninhalte magst, dann wirst du auch motiviert sein, dafür zu lernen und wirst wahrscheinlich auch gute Ergebnisse erzielen.
Eine gute Organisation ist ja schon in der Schule wichtig, im Studium ist sie Gold wert: Termine im Blick haben und Fristen einhalten können – das ist fast genauso wichtig wie das Lernen an sich. Und wenn es mal hakt, gibt es immer Hilfe, die du in Anspruch nehmen kannst. Entweder von der Uni/Hochschule selbst oder von speziellen Netzwerken. Hier findest du ein offenes Ohr für Probleme, nimmst an gemeinsamen Aktionstagen teil oder kannst Gespräche mit erfahrenen MINT-Frauen führen. Eine Übersicht haben wir hier für dich zusammengestellt.

Tipp: Viele Universitäten und Hochschulen bieten für neue Studentinnen und Studenten Vorkurse an. Wenn du beispielsweise nach dem Abitur ein Gap-Year eingelegt hast oder dir einfach unsicher bist, ob du in einem der MINT-Fächer fit genug bist, kannst du in diesen Vorkursen dein Wissen auffrischen. Dann ist ein erfolgreicher Einstieg ins Studium eigentlich garantiert. Diese Vorkurse kannst du beispielsweise im Rahmen der MINT-Kollegs absolvieren. Auch spezielle Mentoring-Programme wie das MentorING der INGBW unterstützen dich bei deiner Entwicklung. MentorING ist ein kostenloses Beratungsprogramm der INGBW, das sich an Studentinnen naturwissenschaftlicher oder technischer Fachrichtungen in Baden-Württemberg richtet.

6. Wie sind meine Berufschancen nach einem MINT-Studium?

Die Studiengänge aus dem Bereich MINT zählen generell als die Fachrichtungen, die Fortschritt und Innovation vorantreiben. Schon deshalb gelten sie als ziemlich zukunftssicher. In vielen MINT-Fachrichtungen besteht außerdem ein großer Fachkräftemangel: 2017 fanden sich rund 20 % der freien Arbeitsstellen in Baden-Württemberg im MINT-Bereich. Zukunftsberufe mit besten Aussichten sind besonders im MINT-Bereich zu finden. Gründe hierfür sind unter anderem der digitale Wandel und die Automatisierung. Beispielsweise werden Cloud Architektinnen/Architekten bis 2020 zu den gefragtesten IT-Fachkräften gehören. Sie sind unter anderem für die Entwicklung und Steuerung großer Firmennetzwerke zuständig. Auch Machine-Learning-Ingenieurinnen/-Ingenieure werden bald nicht mehr wegzudenken sein: Sie entwickeln die Künstliche Intelligenz, indem sie selbstlernende Algorithmen programmieren. Einen besonders großen Mangel gibt es an hochqualifizierten Frauen, denn etwa zwei Drittel der MINT-Studierenden sind männlich. Für MINT-Studentinnen heißt das also: Wer nach dem MINT-Studium mit einem guten Abschluss in der Tasche auf Jobsuche geht, findet schnell eine Anstellung. Arbeitgeber im MINT-Bereich findest du hier. Und wenn du im Berufsleben stehst, gibt es viele Angebote, die dich bei deiner Karriere unterstützen. Das sind zum Beispiel Mentoring-Programme, Kontaktstellen oder Netzwerke. Hier kannst du dir einen Überblick verschaffen.

Tipp: Besonders gute Zukunftsaussichten hast du zum Beispiel in der Informatik. Wegen der Digitalisierung wird dieses Berufsfeld immer wichtiger. Deutschlandweit sind rund 40.000 Informatik-Stellen offen. Hier bleibt dir als Absolventin oft die Qual der Wahl. Denn Informatik wird in allen Lebensbereichen gebraucht – von der Medizin bis zur Unterhaltungsbranche.

Jetzt weißt du alles Wichtige zum Thema MINT-Studium und wirst dich sicher für den richtigen Studiengang entscheiden. Du weißt, welche Arten von Studiengängen und welche Zulassungsbedingungen es gibt. Außerdem hast du herausgefunden, dass die Zukunftsaussichten für Studentinnen aus dem MINT-Bereich ziemlich gut sind.
Lass dich nicht einschüchtern, wenn es noch etwas gibt, das du noch nicht ganz durchschaust. Viele Dinge wirst du erst verstehen, wenn du tatsächlich studierst, und allen anderen Erstsemestern wird es genauso gehen.
Und jetzt: Guten Start in die Zukunft.

Übrigens: Auf unserer Facebook-Seite stellen wir jeden Monat einen spannenden und außergewöhnlichen MINT-Studiengang vor.

Bild: © Aeko – stock.adobe.com

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