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1. Netzwerktreffen: Beteiligungsprogramm @ MINT

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau entwickelt mit dem Beteiligungsprogramm@MINT gemeinsam mit Unternehmen unter dem Label MINT-Dialog-Day neue Veranstaltungs-Formate, um beim Recruiting weiblicher MINT-Fachkräfte zu unterstützen. Der Aufbau und die Pflege eines MINT-Netzwerkes mit den teilnehmenden Unternehmen ist dabei ein zentrales Ziel.

Das erste Netzwerktreffen fand  am 13. November 2017 bei der Vector Informatik GmbH in Stuttgart statt. Mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Unternehmen und Verbänden trafen sich am Nachmittag für gut drei Stunden, um neue Impulse für die Ansprache von MINT-Frauen zu erhalten und um von den Erfahrungen anderer Unternehmen zu profitieren. 

Die Entwicklung von Elektronik im Automobil bedeutet viel Kopfarbeit. Dass diese Kopfarbeit auch mit einem hohen Spaßfaktor gelebt werden kann, belegte Marcell Amann, der Personalleiter der Vector Informatik GmbH. Bei Vector prägen „Techies“ den Alltag und dies schlägt sich auch in einer aktiv gelebten innovativen Unternehmenskultur nieder. Hier wird sachlich, gemeinsam und mit einer großen Offenheit ohne starre Hierarchien gearbeitet. “Machtspielchen“ haben keinen Raum, das zeigt sich auch daran, dass Teamgeist in den Führungsleitlinien neben Offenheit, Fairness und der Wertschätzung jedes Einzelnen eine große Rolle spielt.

Dr. Birgit Buschmann, Leiterin Referat Wirtschaft und Gleichstellung im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg stellte „Fünf gute Gründe“ vor, warum Unternehmen weibliche MINT-Fachkräfte einstellen, binden und fördern sollten. Zur Fachkräftesicherung gerade im Bereich MINT ist eine effiziente Strategie notwendig, um alle Talente und Potenziale zu nutzen, insbesondere auch die von gut qualifizierten Frauen. Dass sich dies lohnt zeigt u.a. die „Women-Matter-Studie“ von McKinsey aus dem Jahr 2007. Demnach sind Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher, wenn mehr Frauen in Führungspositionen tätig sind. Um dem Wertewandel, der Globalisierung und der Zuwanderung gut gewappnet zu begegnen, sind Unternehmen zudem besser aufgestellt, wenn sie die Vorteile von „Diversity“ gezielt nutzen und managen. Vielfalt ermöglicht es Unternehmen durch unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen sowie einen größeren Ideenreichtum, bessere Entscheidungen zu treffen und ihr Innovationspotential zu erhöhen. Die Digitale Transformation erfordert zudem eine moderne agile Unternehmenskultur, digitale Kompetenzen und vernetztes Denken.


Ada Lovelace lebte vor 200 Jahren und war die erste Programmiererin überhaupt – das nach ihr benannte Ada Lovelace Festival ist eine europäische Crossover-Plattform für alle Frauen im IT-Business. Silke Riegraf, Senior Manager Customer Service und Julia Engenhardt, Manger Sales, arbeiten beide in Führungsposition bei Vector und berichteten über ihre Eindrücke. Im Mittelpunkt des Festivals stand die Frage wie eine „ideale“ Frau im MINT-Beruf agiert und wie das Umfeld auf „Diversity“ sowie weibliche Denk- und Entscheidungsmuster (re-)agiert. Maxine Williams von Facebook hat dies sehr gut zusammengefasst „You don’t have to try to see the world gender blind or colour blind to be polite. See the differences. And see that they make us better!“. Die Sensibilisierung von Mitarbeitern und Führungskräften, dass diese Unterschiede wahrnehmen und für das Unternehmen nutzen, ist nach wie vor eine Herausforderung.

Vor einem Jahr fand ein MINT-Dialog-Day bei der Carl Zeiss AG in Oberkochen statt. Miriam Eichler, Director Talent Attractionand HR Communication berichtete von ihren Erfahrungen und teilte die kritischen Erfolgsfaktoren mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Neben dem richtigen Termin ist die individuelle, zielgruppenspezifische und persönliche Ansprache der jungen Frauen von äußerster Wichtigkeit. Fachvorträge und auch Workshops sollten zeitgemäß und attraktiv sein. Das Speed-Dating mit starken weiblichen Role-Models war ein Höhepunkt der Veranstaltung. Frau Eichler würde jederzeit wieder einen MINT-Dialog-Day anbieten!


Beim World-Café wurden an drei Stationen im Wechsel unterschiedliche Fragen diskutiert. Frau Prof. Dr. Barbara Burkhardt-Reich, Geschäftsführerin der Steinbeis-Zentren Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim stellte sich mit Ihren Gruppen der Frage: „Warum brauchen wir Frauen in MINT-Berufen?" Frau Eichler sammelte Tipps für das gezielte Recruiting von MINT-Frauen und Herr Amann versuchte herauszufinden ob wir Unterschiede in der Ansprache sehen, wenn wir Frauen rekrutieren wollen.


Die Ergebnisse finden Sie hier.

Zu guter Letzt:

Sie sind an weiteren Netzwerktreffen interessiert? Senden Sie einfach eine Mail an dialogday@mint-frauen-bw.de.